Ich habe letzten Sommer mit großer Begeisterung Mark Twains “A Tramp Abroad” (1880) gelesen, in dem er die – teilweise fiktiven – Erlebnisse seiner zweiten Europareise schildert. Seine Beschreibungen des Schwarzwaldes, Heidelbergs und der “schrecklichen deutschen Sprache” sind urkomisch, aber mehr noch hätte mich seine Meinung zu Berlin interessiert. Neulich bin ich durch Zufall auf die Fundraising-Seite für “Mark Twain in Berlin” gestoßen, einem Buchprojekt des New Yorker Berlinica Verlags. Es wird im Juli 2012

Das Interessante an der Trabrennbahn Mariendorf ist, dass sie von allen Generationen und Gesellschaftsgruppen besucht wird. Es ist ein Ort von Jung und Alt und Arm und Reich. Diese Mischung macht die besondere Atmosphäre aus. Der Ort spiegelt die Gesellschaft wider, wobei die Akzeptanz unter den einzelnen Gruppen wesentlich höher erscheint als im alltäglichen Leben. Man könnte sagen, es ist ein Ort der Harmonie, der Freude und des Spiels mit der Leidenschaft für Pferd und Geld.

“Hinter dem Leipziger Platz, Berlin”, 2004 | © André Kirchner Zeit.de
“For the young people streaming into the area, socialism is nothing more than a distant memory, a warm fuzzy glow. When I signed the lease on my ‘Stalinbau’ flat, the man from GEGEWO (a letting agency evolved from the old socialist workers’ housing allocation bureau) proudly handed me a glossy brochure which vaunted the Stalinallee’s socialist pedigree as if it were a Palm Beach condo and Stalinism its sea, sex and sun.”
imomus, Karl Marx Allee
db: I had not intended to leave Berlin, I just drifted away. Maybe I was getting better. It was an irreplaceable, unmissable experience and probably the happiest time in my life up until that point. Coco, Jim and I had so many great times. But I just can’t express the feeling of freedom I felt there. Some days the three of us would jump into the car and drive like crazy through East Germany and
Auch Ende der Sechziger in Ostberlin waren verliebte Pärchen für alle anderen schon scheiße. “Meine Eltern sind früh gestorben, ich war eine Zeit lang mehr oder weniger mutterseelenallein. Berlin wurde damals zerbombt. Da haben mich mein Onkel und meine Tante zu sich geholt. Sie waren beide in der kommunistischen Widerstandstruppe von Schulze-Boysen. Da bin ich also zwischen Radio Moskau und Bomben und morgens Heil Hitler beim Lehrgesellen groß geworden. Es hört sich jetzt komisch an,

Karl Friedrich Schinkel, ehemalige Bauakademie in Berlin; gebaut 1836, abgerissen 1962;
Foto: Jürgen Hohmuth (Anschnitt), 2007; via